Die Scheibenreinigungs-Anlage

Wartung und Pflege

Zweiter Teil: Einmal Grundreinigung bitte

Zuerst das Ventil samt Deckel vom Wischwasserbehälter abnehmen (wenn das Ventil eh undicht ist - sie rosten oben am Metalldeckel oft durch - dann gleich neu bestellen) und den Behälter vom Halter abnehmen. Jetzt den Rest der sich im Behälter befindlichen „Brühe“ ausschütten und gegebenenfalls mit einer Zopfbürste innen gründlich reinigen, gerade wenn hartnäckigere Verschmutzungen am Boden zu sehen sind.

Dann den Behälter mit sauberen Wasser + Reiniger/Frostschutz befüllen und wieder einhängen. Die Leitungen vom Ventil abnehmen und das Ventil vorsichtig wieder auf den Behälter draufklemmen. Bei der 2. Ausführung sitzt das Ventil an der Schottwand - somit konnte dann wegen sonst fehlender Höhe das Volumen des Wischwasserbehälters vergrößert werden.

Das Ventil ist an den Stutzen mit „P“ für Pumpe in „D“ wie Düse markiert - so kann später beim Aufstecken der Schläuche nichts schief gehen.

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Nun die Leitungen von den Düsen unter der Motorhaube abziehen und die Düsen vorsichtig, durch zusammendrücken der Klemmarretierung, von unten aus der Motorhaube rausdrücken. Zum Lösen kann man eine kleine Zange zur Hand nehmen, wenn sie zu fest sitzen.

Die Löcher in der Motorhaube evtl. gleich mit Lackreiniger von Schmutzrändern befreien und vorsorglich auf jeden Fall von oben und unten mit Wachs einstreichen, damit bei evtl. abplatzendem Lack beim Montieren der Düsen später keine Korrosion entstehen kann. Jetzt die Düsen selber reinigen. Es gibt spezielle Düsen-Feilen – die sind in verschiedenen Größen im Satz für unter 10,- € in jedem Autozubehörhandel zu erwerben. Besser ist es aber noch die Düsen zusätzlich über Nacht in Essigwasser zu legen, damit sich alle Kalkablagerungen lösen können. Die Löcher, aus denen das Wasser kommt, sind in einer kleinen Kugel und mit einer Nadel einstellbar - somit kommt dann der Strahl dort auf die Scheibe, wo er auch Sinn macht.

Nach gründlicher Reinigung und durchpusten mit Druckluft, können die Düsen vorsichtig wieder in die Löcher der Motorhaube gedrückt werden. Eventuell vorhandene Wachsrückstände auf der Haube jetzt wieder weg wischen.

Nun zum eigentlichen Übel – der Fußpumpe

Zum Ausbau der Pumpe die untere Armaturenbrettverkleidung vorsichtig ausbauen - auch die Fußmatte muss herausgenommen werden. Dann die beiden Schrauben, mit denen die Pumpe an der Spritzwand befestigt ist lösen.

Zuerst den Stecker vom Gehäuse der Pumpe abnehmen (falls er zu fest sitzen sollte, vorsichtig mit einem kl. Schraubenzieher abhebeln) und dann den Schlauch von dem im Gummibalg steckenden Adapter/Kunststoffröhrchen abziehen. Vorsicht: Am besten ein leeres Glas mit in den Fußraum nehmen um das sich noch im Schlauch befindliche Wasser aufzufangen. Jetzt die Pumpe -sinnvoller Weise am Waschbecken - zusammendrücken und dadurch entleeren.

Dabei kommen meistens schon die ersten Verunreinigungen zu Tage:

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Die Pumpe dann zusammengedrückt und nur mit dem Röhrchen in ein mit warmen Seifenwasser gefülltes Glas halten und wieder lösen. Die sich jetzt mit sauberen Wasser vollgesogenen Pumpe kräftig schütteln und durch drücken wieder entleeren. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis keine Verunreinigungen mehr aus der Pumpe rauskommen.

Vor Wiedereinbau der nun gereinigten Pumpe ist folgendes zu beachten:

  • Sowohl die Schrauben als auch die Schraubenlöcher in der Spritzwand sollten vor Einbau der Pumpe ebenfalls gewachst werden, um spätere Korrosion an dieser Stelle vorzubeugen!
  • Zeigt das Gummi der Pumpe beim Zusammendrücken kleine Risse im Gummi, kann man sich schon einmal nach Ersatz umschauen. Dazu am Ende noch ein wichtiger Tipp!

Bevor jetzt die Leitung wieder auf den Adapter der Pumpe gesteckt wird (die Leitungen können je nach Bedarf, z. B. wenn sie stark verhärtet oder unansehnlich dunkel geworden, durch neue ersetzt werden), sollten alle Leitungen mit Druckluft durchgepustet werden. Beim Einbau der Pumpe darauf achten, dass der Schlauch noch oben vor der Durchführung an der Spritzwand nicht zu stark abgeknickt wird, da sonst evtl. durch den Druck der Schlauch vom Adapter abspringen kann.

Jetzt auch alle anderen Leitungen wieder anschließen. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass in den Leitungen jeweils kurz hinter den Düsen unter der Motorhaube, Rückschlagventile verbaut sein sollten, die dafür sorgen, dass nach dem Pumpen kein weiteres Wasser aus den Düsen nachlaufen kann und somit keine Rinnsäle über der Motorhaube laufen.

Sollten diese also nicht vorhanden sein: Einbauen! Die Ventile gibt es beim Daimler, sind aber günstiger im Zubehörhandel zu bekommen.

Eingebautes Rückschlagsventil
Rückschlagventile, links aus dem Zubehör, rechts original

Wartung & Tipps

Leitung mit eingebautem Filter (Klick=Großansicht)
Düsen mit zwei Wasseraustrittslöchern (Klick=Großansicht)

Nachdem oben im Text ja schon der ein oder andere Tipp mit integriert ist, hier nun noch ein paar Zusätzliche:

Wer vorsorglich vermeiden möchte, dass Verunreinigungen an die Düsen gelangen, kann auch noch zusätzlich einen Filter in die Leitung verbauen, die zu den Düsen führt. Auch der Filter ist in jedem Autozubehörhandel erhältlich.

Bei Fahrzeugen mit elektrisch betriebener externer Pumpe (zur wie ich finde sehr sinnvollen Umrüstung unter Beibehaltung aller originalen Komponenten später in einem anderen Bericht vielleicht einmal mehr) wie z. B. bei Fahrzeugen mit originaler Scheinwerfer-Reinigungs-Anlage scheidet die Fußpumpe als Fehlerquelle zwar aus, dennoch sollten auch hier alle Komponenten an und ab gereinigt werden, um immer klare Sicht zu haben.

Zur besseren Reinigungswirkung können auch Düsen mit 2 Wasseraustrittslöchern verbaut werden. Diese sorgen durch mehr Wasser für schnellere klare Sicht und können auch separat in die jeweils richtigen Richtungen eingestellt werden.

Verschlissene Wischergummis kann man einzeln kaufen und auch selber in die originalen „silbernen“ Wischerblätter verbauen. Es muss nicht immer gleich das ganze Blatt - womöglich auch noch in nicht originalem schwarz - verbaut werden!

Wenn sich - wie so oft - hinter dem Wasserbehälter am Stehblech Korrosion zeigt und sich zudem Laub und Dreck auf dem darunter liegenden Kabelstrang abgelagert hat, sollten diese Bereiche vor Einbau des Behälters gereinigt und konservieren werden. Wer Korrosion durch den Behälter am Stehblech zukünftig vermeiden möchte, kann sich ein kleines Stück Gummi an die Stelle des Wasserbehälters kleben, der am Stehblech scheuert.

Es gibt insgesamt 4 verschiede Ausführungen der Pumpen im Fußraum - diese unterscheiden sich in erster Linie zwischen den Ausführungen mit und ohne Scheibenwischer-Intervall, zu erkennen an der Zahl der Pole für den Stecker: 4-polig ist ohne Intervall und 2-polig mit Intervall.

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Im Bild oben die beiden Ausführungen ohne Intervall:

Links die sehr frühe Ausführung, noch mit Loch im Druckstück – Diese wurde aber schon 1968 durch die rechte ersetzt. Beide haben 4-polige Anschlüsse.

Im Bild unten die beiden Ausführungen mit Intervall:

Links die erste Ausführung ( ab 04/72 ) und rechts dann die späte Ausführung mit der anderen Trägerplatte für die mittlerweile geänderte Spritzwand (ab 06/74) – beide haben 2-polige Anschlüsse.

Die beiden Ausführungen (mit und ohne Intervall) können nicht einfach beliebig untereinander getauscht werden, da sonst die Wischerendstellung/Abschaltung nicht mehr funktioniert – die Wischer bleiben dann zu dem Zeitpunkt genau dort stehen, wo sie ausgeschaltet werden und gehen nicht zurück in die Endstellung zum unteren Scheibenrand.

Dazu noch ein wichtiger Hinweis: Der Wischermotor, die Fußpumpe und der "Blinkerarm" (Wischerbetätigung) sind 3 Komponenten, die im Hauptkabelbaum aufeinander abgestimmt sind. Beim Tausch einer dieser Komponenten muss Sie immer durch eine Baugleiche ersetzt werden, da sonst die komplette Anlage nicht mehr so ihren Dienst verrichtet, wie sie es eigentlich soll (Endstellung).

Es gibt insgesamt 4 verschiedene Wischermotoren und mindestens 7 verschiedene Blinkerhebel, wenn man die mit verchromten und die mit Kunststoff bezogenen Varianten alle mitrechnet. Da sollte man wissen, was wie zusammengehört.

Durch die Jahre zu hart gewordenen Wischwasserbehälter platzen leicht - z. B. durch Aufdrücken der Verschlusskappe. Undichte Behälter können nach gründlicher Reinigung im undichten Bereich teilweise mit Heißkleber wieder abgedichtet werden. Dies gilt in erster Linie für die kleinen Behälter der 1. Ausführung, denn diese sind nicht mehr lieferbar.

An der rechten Seite der Pumpe ist meistens das Herstellungsdatum aufgestempelt - ein Indiz für Originalität - wer denn Wert drauf legt.

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Teilenummern

Zum Schluss noch ein paar Original-Teilenummern – falls jemand neu bestellen möchte:

  • Ventil – 107 869 0019
  • Ventil mit Deckel und Schlauch 115 860 0169
  • Pumpe – späte Ausführung ohne Intervall - 115 869 0121
  • Pumpe – frühe Ausführung mit Intervall – 115 869 0321
  • Pumpe – späte Ausführung mit Intervall – 115 869 0421
  • Schlauch – 002 997 5982
  • Düse – 107 860 0147
  • Behälter (gibt nur noch die 2. Ausführung für alle Modelle außer M 110) – 115 869 0720
  • Deckel für Behälter - 000 869 1119
  • Rückschlagventil – 000 869 0719